Etappe 10 - von Lissabon nach Porto Santo/Madeira
Von Lissabon nach Porto Santo/Madeira
01.10 - 13.10.2021
Karibiktörn 2021 - Etappe 10
Laaaand in Sicht! Nach 5 Tagen auf See segeln wir glücklich der Küste von Porto Santo/Madeira entgegen.
Am 01.10 starteten wir in Lissabon und winkten noch ein letztes Mal wehmütig Petra und Michael (SY Carlotta) zu, mit denen wir nun drei Wochen gemeinsam unterwegs waren. Die beiden ziehen ins Mittelmeer weiter.
4 – 5 Tage erwarten uns auf See. Wir sind gut vorbereitet, haben ausreichend Proviant an Bord, haben Rigg und Motor gecheckt, sind ausgeschlafen und frohen Mutes.
Zunächst hatten wir keinen Wind und mussten motoren, aber nach drei Stunden kam endlich der angekündigte Nordwind. Die Atlantikwellen rollten tiefblau unter uns durch und wir rauschten mit 6 Kn und Wind von hinten dahin. Bevor die Nacht begann, banden wir sicherheitshalber das erste Reff in das Großsegel.
Die Nacht teilten wir uns in drei Schichten ein. Ich übernahm die „Diskoschicht“ von 22.00 – 02.00 (früher gingen wir um diese Zeit tanzen), Peter hatte die „Hundeschicht“ von 02.00 – 06.00 (da schickt man keinen Hund vor die Türe) und ich löste ihn zur „Morgendämmerung“ wieder ab. Diesen Rhythmus behielten wir für die folgenden Nächte bei.
Die Nachtwache blieb, dick eingepackt mit Skiunterwäsche und Ölzeug, im Cockpit und kontrollierte alle 20 min mit Blick in die Segel, auf den Plotter und rundum in die dunkle Nacht. Bis auf einen Frachter der in der Ferne vorbeifuhr, war alles ruhig. Die Sterne funkelten und das Plankton leuchtete im Wasser.
Viele Gedanken machten wir uns vorab über das Essen. „Was kochen wir? Nachts haben wir sicher auch Hunger!“ Tatsache war aber, dass unsere Schokoladenvorräte nicht weniger wurden, da wir relativ appetitlos waren und so reichte uns die vorgekochte Suppe tatsächlich für vier Tage :).
Als am 5. Tag morgens die Umrisse von Porto Santo auftauchten, waren wir beide erleichtert. Ich war zwar nicht seekrank, aber hatte so ein Dauerflau im Magen, vor allem wenn ich unter Deck zu tun hatte. Peter ging es etwas besser. Bei dem Seegang war jede Aktivität wie z.B. kochen, sich umziehen oder ein Gang zur Toilette mühevoll. Wir freuten uns auf festen Boden unter den Füßen, auf Ausschlafen und Duschen.
Erfahrene Segler*innen sagen, dass es ab dem fünften Tag auf See erst richtig Spaß macht. Hmmm, wir werden es spätestens bei der großen Überquerung Mitte Dezember herausfinden.
Porto Santo ist die sogenannte „kleine Schwester“ von Madeira. Nur ca. 11 Km lang/ 6 Km breit ist sie Madeira vorgelagert, relativ trocken und bietet einen kilometerlangen Sandstrand. Für uns ein wunderbarer Ort, um uns bei kleinen Bergtouren und Strandspaziergängen zu erholen. Zum Abschluss verewigten wir uns zwischen all den anderen Segler*innen dieser Welt noch mit einem Bild an der Hafenmauer. Ein gutes Gefühl :).
Am 11.10 setzten wir nach Madeira über, was nur 30 Seemeilen entfernt ist und ankerten zunächst ganz an der Südostspitze unter einer mächtigen Felswand, deren Gesteinsschichten in allen Farben leuchteten. Dazu noch türkisblaues Wasser – einfach phantastisch.
Weiter geht’s nach Funchal, der Hauptstadt Madeiras, von wo wir einige Wanderungen mit unseren Freunden aus Lindau, Karin und Bernd, machen möchten. Grün, bunt, vielfältig, bevor wir uns ca. 20. Oktober auf den Weg zu den kanarischen Inseln nach Lanzarote machen.
Tourdaten
Start: Lissabon / Portugal
Ziel: Porto Santo / Madeira
Distanz: 520 NM
Segelzeit: 5 Tage / 4 Nächte (Überfahrt)
Gesamtzeit: 13 Tage
Max. Geschwindigkeit: 7 KN
Max. Windstärke: 22 KN