Etappe 09 - Porto nach Lissabon

Lissabon

Lissabon

 

Porto bis Lissabon 16.09.-30.09.2021

Karibiktörn 2021 - Etappe 09
Träume werden wahr – unter der großen Tejobrücke von Lissabon durchzusegeln, davon träumte Peter schon seit Jahren. Jetzt ist es soweit.


Endlich haben wir Nordwind und rauschen mit 5-6 Knoten von Porto gen Süden zu unserem nächsten Hafen Figueira da Foz. Unsere Rollenverteilung ist momentan gut geregelt – Peter ist Kapitän auf dem Wasser – plant, navigiert und sagt klar an, was wann zu tun ist. Ich organisiere den „Landfall“, spähe aus, was wir wo besuchen und besichtigen könnten. So fahren wir auch von Figueira da Foz frühmorgens mit dem Zug (ca. 55 min) nach Coimbra. Die einstige Hauptstadt Portugals hat eine traditionsreiche Universität und eine riesige, alte Bibliothek mit über 57.000 Büchern, viele davon aus dem 15. /16. Jhr. Sehr beeindruckend.

Der Wind aus Nord ist weiterhin konstant und das Segeln macht richtig Spaß. Da sich Peter ziemlich den Rücken verzogen hat, bekomme ich langsam Routine im Segelsetzen, reffen usw, da er „nur“ steuern kann. Das nächste Ziel, Nazaré, ist für uns besonders, da wir vor Jahren auf Fehmarn eine Zeitschrift mit den größten Wellen der Welt durchblätterten. Ab da war klar – da wollen wir hin. 

Das interessante dabei ist, dass direkt vor Nazaré ein Unterwassercanyon mit bis zu 2000m Tiefe liegt. Das führt vor allem im Winter zu diesen „Monsterwellen“ und lockt die Weltelite der Surfer an.

Wir verbringen dort einige Tage, zumal eh zu viel Wind zum Segeln ist,  und gehen mehrmals zur Felsspitze vor und staunen über die „kleinen Sommerwellen“, in die wir nur die Zehen strecken.

Als der Wind wieder moderater (mit 15 kn) bläst, verlassen wir Nazaré und Michael und Petra von der Carlotta schießen noch ein paar sehr coole Fotos von uns mit der Drone. Seht selbst! (Zitat von unserem Freund Uli: „Das schreit nach Fototapete” 😊) Vielen, vielen Dank an SY Carlotta.

„War da was?“ die Frage stellen wir uns des Öfteren in den nächsten 3 Tagen bis Lissabon. Meldungen anderer Segler zu Kontakten mit Gruppen von Orkas ist das bestimmende Thema unter den Segler*innen in den Häfen.  Es gibt mehrere Sichtungen etwas südlich und nördlich von Lissabon. Die Orkas „spielen“ mit den Schiffen und beschädigen vor allem die Ruder, was zur Manövrierunfähigkeit führt. Wir sprechen durch, was wir in diesem Falle machen würden – Segel runter, Motor aus und uns ruhig und somit „langweilig“ verhalten. Vorsorglich baut Peter schon mal das Ruder der Windsteueranlage ab. Eventuell kann man die Orkas auch mit Rückwärtsfahren vertreiben. Der Hammer liegt auch bereit, mit dem wir im Falle des Falles in den Kiel klopfen, um die Orkas zu vertreiben. Sehr beruhigend, dass wir ein Stahlschiff zu haben. Die FantaSea ist zwar keine Rennziege, aber sehr stabil und das Ruder ist durch einen Skeg gut geschützt.  Wir sind optimistisch, dass wir keine Orkas treffen, aber halten auf jeden Fall bei der Weiterreise aufmerksam Ausschau nach den markanten Rückenflossen. Mit der SY Carlotta und einem weiteren Schiff bilden wir für zwei Tage bis Lissabon eine kleine „Flotte“ und bleiben in Funkkontakt. Gibt doch ein besseres Gefühl, sich gegebenenfalls warnen bzw. helfen zu können.

Kurz erschrecken wir heftig, holen flott das Segel runter, lassen uns treiben. War das da vorn eine Flosse? Wir sind nicht sicher, aber der Adrenalinspiegel ist oben. Als wir weiter nichts beobachten, starten wir wieder und laufen gegen 17.00 am 24.09 glücklich und erleichtert im Hafen von Oeiras, kurz vor Lissabon, ein. Alles gut gegangen. Für die nächsten Etappen sollte nun die „Luft“ rein sein.

Lissabon, die Stadt auf sieben Hügeln, ist für uns ein Ort zum Verweilen. Wir bekommen Besuch von Selina (Peters Tochter), verbringen die Tage am Strand und lassen uns durch die Stadt treiben.

Morgen früh (01.10.) laufen wir um 7.00 zu unserem nächsten großen Sprung aus, denn ein stabiles Wetterfenster mit Wind aus Norden ist für die nächsten Tage angesagt. Das nehmen wir! Am 5. oder 6.Oktober melden wir uns wieder mitten aus dem Atlantik – aus Porto Santo, einer kleinen Insel vor Madeira.

So long liebe Freunde.  Wir sind sehr gespannt, wie es uns ergeht. Momentan überwiegt eine aufgeregte, wuselige Vorfreude :).

Tourdaten

Start: Porto
Ziel:
Lissabon
Distanz:
185 NM
Segelzeit:
5 Tage
Gesamtzeit:
5 Tage
Max. Windstärke:
6 BF

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Etappe 10 - von Lissabon nach Porto Santo/Madeira

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