Etappe 07 - von A Coruna nach Vigo

 

Von A Coruna nach Vigo
26.08 - 07.09.2021

Karibiktörn 2021 - Etappe 07
Die galizische Westküste begeistert uns mit tief eingeschnittenen Buchten, netten Dörfern und Delfinfreundschaften.

Endlich beginnt auch für mich (Judith) die Seereise.

Zunächst durchstreifen wir noch 2 Tage A Coruña. Die Altstadt mit kleinen, wunderschönen Parks, alten Kirchen, Häusern, Palästen und unzähligen Tapasbars begeistert uns. In der Kirche vom heiligen Santiago endet auch meine kleine „Pilgerreise“, die mich zu Fuß ca. 100 Km von Santiago de Compostela durch galizische Dörfer und Wälder bis nach A Coruña führte.
Zu Fuß und in Ruhe das europäische Festland verlassen, bevor ein Jahr auf dem Wasser beginnt, das war ein gutes Gefühl.

Für die kommenden Tage ist wenig Wind vorausgesagt und wir starten unter Motor. Für mich recht angenehm, da dadurch auch wenig Seegang zu erwarten ist und ich mich erstmal an das Geschaukel gewöhnen kann.

Von nun an beginnen die sogenannten „Rias von Galizien“. Diese langen Meeresarme, die tief in das Land hineingreifen, charakterisieren diesen Küstenstreifen. Für Segler bieten sie viele geschützte Ankerbuchten vor schönen Sandstränden, bewaldeten, grünen Hügeln und kleinen Fischerdörfern.

Wir machen zunächst Halt in der Bucht von Corme, probieren unser Dingi aus und genießen einfach die Zeit am Strand. Weiter geht’s nach Camarinãs und dann um das Kap Finisterre, wo uns aus aller Ferne hoch droben der imposante Leuchtturm auf seinem Granitfelsen begrüßt. Das „Ende der Welt“, so wurde dieser Punkt früher betrachtet. Von hier aus gibt es nur noch die Unendlichkeit des Ozeans.

Wir wandern an der Küste entlang hoch, freuen uns auf den Ausblick, der aber leider in dichtem Nebel verschwindet. Na ja, wir können es uns vorstellen. Der Weg zurück führt verschlungen durch duftende Eukalyptus- und Pinienwälder.

Am nächsten Tag kommen wir gegen Nachmittag in der Ria de Muros an und probieren sogleich unser aufblasbares Kanu aus. Ahh, so geräuschlos durchs Wasser zu gleiten, das macht Spaß.

Auf dem Weg zurück zur FantaSea, die in der Bucht vor Anker liegt, sehen wir in der Ferne einen Delfin auf uns zukommen. Plötzlich ist er unter uns, taucht auf und ab, umkreist uns, drückt mit seinem Bauch gegen das Boot, schiebt uns von hinten. Liebestoll umwirbt er lange Zeit unser knallrotes Gumotex. Wir sind begeistert aber auch voller Respekt, denn es bräuchte nicht viel, dass uns der Kerl (3 Meter lang) aus dem Boot kickt. Den ganzen Abend und die Nacht hindurch hören wir ihn noch um die FantaSea springen.

Unser nächstes Ziel ist Ria Arousa und dann die Isla Ons – ein Naturschutzgebiet für das wir eine Einfahrgenehmigung und eine Ankererlaubnis brauchen. Es kostet uns einiges an Nerven und Telefonaten, bis wir die richtigen Formulare haben und an die entsprechende Stelle schicken konnten. Kurz bevor wir die Isla erreichen, bekommen wir die benötigte „Authorization“. Muy bien.

Die langgezogene kleine Insel bietet schöne Sandstrände mit klarem, türkisfarbenem Wasser und vielen Wanderwegen. Eine Spezialität der Insel ist gebratener Oktopus, den Peter genießen durfte.

Herausfordernd war es bei Brandung wieder ins Kanu zu kommen und halbwegs trocken zurück zum Schiff zu paddeln. Da können wir unsere Technik noch verbessern.

Da Wind aus Süden (sprich gegenan) und Regenwetter angesagt sind, steuern wir den Hafen von Vigo an. Ein paar Tage Ruhe um „Haushaltsaufgaben“ wie Wäsche waschen….  zu erledigen.

Aus der Ferne sehen wir schon die Großstadt und sind gespannt, was uns hier erwartet. Das gemütliche Unterwegssein in den „Rias“ hat uns begeistert und war für mich ein wunderbares Ankommen an Bord.

Von hier aus geht unsere Reise weiter nach Portugal.


Tourdaten

Start: A Coruna / Spanien
Ziel:
Vigo /Spanien
Distanz:
350 NM
Segelzeit:
Gesamtzeit:
12 Tage
Max. Geschwindigkeit:
6 KN
Max. Windstärke:
3 Bft

Zurück
Zurück

Etappe 08 - Von Vigo nach Porto

Weiter
Weiter

Etappe 06 - von Brest nach A Coruna